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360°-Fotobox mit echter Zeitlupe: worauf es bei Kamera, Ablauf und Musik ankommt

Die 360°-Plattform ist gerade das, was Gäste auf Hochzeiten und Firmenfeiern zuerst ansteuern. Man stellt sich auf die runde Fläche, der Arm mit der Kamera dreht sich, und Sekunden später läuft auf dem Bildschirm ein kurzer Film in Zeitlupe, mit Musik und Logo. Die Plattform selbst ist dabei der einfache Teil. Ob der Film am Ende nach Kino aussieht oder ruckelt, entscheiden Kamera und Software.

Dieser Artikel erklärt, woran das liegt, welche Einstellungen sich bewährt haben und was Sie vor dem ersten Einsatz prüfen sollten.

Wie ein 360°-Video entsteht

Der Ablauf ist bei allen Systemen ähnlich. Die Plattform dreht sich mit eigenem Motor und eigener Fernbedienung. Die Kamera filmt eine feste Zeit, meist drei bis fünfzehn Sekunden. Danach baut die Software aus dieser Aufnahme den eigentlichen Film: mit Tempowechseln, Musik, Rahmen oder Logo, im passenden Format. Der Gast sieht das Ergebnis in Schleife und nimmt es per QR-Code mit aufs Handy.

Wichtig für die Planung: Die Software muss die Plattform nicht steuern. Sie muss nur wissen, wann sie filmen soll. Dazu später mehr beim Thema Start.

Echte Zeitlupe entsteht in der Kamera

Hier liegt der häufigste Fehler. Zeitlupe bedeutet, dass jedes Bild länger gezeigt wird. Ein fertiger Film läuft mit 25 oder 30 Bildern pro Sekunde. Soll er viermal langsamer laufen (0,25×), braucht er für jede Sekunde Film eine Viertelsekunde Aufnahme, also viermal so viele Bilder pro Sekunde, wie er zeigt.

Filmt die Kamera nur mit 30 Bildern pro Sekunde, hat die Software zu wenige Bilder. Sie muss jedes Bild viermal wiederholen, und genau das sieht man als Ruckeln. Mit 100 oder 120 Bildern pro Sekunde gibt es dagegen für jeden Moment ein eigenes Bild, und die Bewegung bleibt flüssig.

Bildrate der Kamera Flüssige Zeitlupe bis Typische Quelle
25–30 Bilder/s1× (keine Zeitlupe)Webcam, Kamera im Standard-Filmmodus
50–60 Bilder/s0,5×viele Systemkameras in Full HD
100–120 Bilder/s0,25×Systemkameras im Zeitlupen- oder HFR-Modus, Full HD

Drei Dinge gehören zu dieser Rechnung dazu:

  • Hohe Bildraten gibt es meist nur in Full HD. Die Sony A7 IV filmt 100 Bilder pro Sekunde in 1080p, nicht in 4K. Für ein Handy-Video ist Full HD ohnehin mehr als genug.
  • Mehr Bilder brauchen mehr Licht. Bei 100 Bildern pro Sekunde bleibt jedem Bild höchstens eine Hundertstelsekunde. In einem dunklen Saal braucht die Plattform deshalb ein eigenes Licht.
  • Systemkameras schreiben den Film auf ihre Speicherkarte. Ohne Karte gibt es keinen Film. Eine schnelle Karte vermeidet Abbrüche bei hohen Bildraten.

Gute Software zeigt Ihnen nach jedem Clip, mit wie vielen Bildern pro Sekunde er wirklich ankam. In BoothDock steht diese Zahl im 360°-Bereich, und bei jedem Zeitlupen-Abschnitt steht, wie viele Bilder pro Sekunde er braucht. Bei der Sony A7 IV stellt BoothDock die Kamera für 360° selbst auf 100 Bilder pro Sekunde und danach wieder zurück.

Tempo-Abschnitte statt durchgehender Zeitlupe

Ein Film, der zwanzig Sekunden lang gleichmäßig in Zeitlupe läuft, wird schnell langweilig. Die Filme, die Gäste teilen, wechseln das Tempo: erst zügig, dann langsam im schönsten Moment, dann wieder schnell. Manche laufen am Ende rückwärts, was vor allem bei Konfetti oder fliegenden Kleidern gut wirkt.

In BoothDock teilen Sie die Aufnahme dafür in bis zu zehn Abschnitte, jeden mit eigenem Tempo zwischen 0,125× und 8×. Unter dem Ablauf steht sofort, wie lang der fertige Film wird. Vier Voreinstellungen decken die häufigsten Wünsche ab:

Voreinstellung Aufnahme Ablauf Fertiger Film
1 · klassisch3,5 sdurchgehend 0,25×14 s
2 · schnell, dann langsam8 s3 s mit 2×, 5 s mit 0,5×11,5 s
3 · Welle13 s2× · 0,5× · 2×14 s
4 · vorwärts und rückwärts9 s1× · 0,25× · 2× · 0,5×23,5 s

Unser Rat für den Anfang: Der fertige Film sollte zwischen 10 und 15 Sekunden lang sein. Das passt in jede Story, lädt schnell und wird bis zum Ende angesehen.

Format: hochkant für das Handy

Gäste schauen den Film auf dem Handy an und teilen ihn als Story oder Reel. Hochkant im Format 9:16 ist deshalb fast immer die richtige Wahl. Für eine Leinwand oder eine Firmenpräsentation eignet sich quer (16:9), für manche Feeds quadratisch (1:1).

Achten Sie darauf, dass die Software das Bild zuschneidet und nicht verzerrt. Ein Querformat, das in ein Hochformat gequetscht wird, macht aus jedem Gast eine Bohnenstange. BoothDock schneidet immer mittig zu und rechnet Drehung und Spiegelung der Kamera mit ein, damit der Film genauso steht wie das Foto.

Musik: eigene Stücke, eigene Verantwortung

Musik macht aus einem Clip ein Erlebnis. Sie ersetzt den Ton der Aufnahme, der bei Zeitlupe ohnehin nicht mehr zum Bild passt, und sollte zum Ende hin ausblenden statt abzubrechen. Mehrere Stücke im Wechsel sorgen dafür, dass nicht jeder Film gleich klingt.

Bei der Musik liegt allerdings eine Pflicht beim Betreiber: Die Rechte an den Stücken müssen Sie selbst klären. Wer beliebte Chart-Titel unterlegt, braucht dafür eine Lizenz, zumal Gäste die Filme weiterverbreiten. Der einfachste Weg sind lizenzfreie oder ausdrücklich für diese Nutzung lizenzierte Stücke aus einer Musikbibliothek. In BoothDock laden Sie Ihre eigenen Stücke hoch, und wir liefern bewusst keine mit.

Rahmen, Logo und Farb-Look für Firmenkunden

Bei Firmenfeiern ist der 360°-Film ein Werbemittel. Drei Werkzeuge machen ihn zur Marke des Kunden:

  • Overlay: ein Rahmen oder Logo als PNG mit transparentem Hintergrund. Auch bewegte Overlays sind möglich, etwa ein animiertes Logo als WebM-Datei mit Transparenz, am iPad und iPhone als MOV-Datei mit Transparenz (ProRes 4444 oder HEVC mit Alpha).
  • Intro und Outro: ein kurzer Einspieler vor und nach dem Film, zum Beispiel das Firmenlogo. In BoothDock höchstens 15 Sekunden je Teil.
  • Farb-Look: eine Farbstimmung als LUT-Datei (.cube), dieselbe wie für die Fotos. So passen Fotos und Filme farblich zusammen.

Starten, ohne am Bildschirm zu tippen

Auf der Plattform steht der Gast, nicht am Bildschirm. Der Start muss deshalb anders funktionieren als bei der Fotobox:

  • Fußschalter oder Presenter: Die meisten USB-Taster, Fußschalter und Präsentations-Fernbedienungen senden die Leertaste. In BoothDock lernen Sie diese Taste einmal an, und sie startet 360° direkt vom Startbildschirm.
  • Handy oder Tablet: Über die lokale Schnittstelle startet die Begleitperson die Aufnahme vom Handy aus dem eigenen WLAN.
  • Durch Bewegung: Sitzt ein iPad oder iPhone selbst am Dreharm, startet die Aufnahme, sobald sich der Arm dreht.
  • Am Bildschirm: Der Gast wählt 360° in der Modusauswahl, wenn die Box ohne Betreuung läuft.

Die Plattform dreht dabei mit ihrer eigenen Fernbedienung. Die Aufnahme endet von selbst nach der eingestellten Zeit, ein Stopp-Knopf ist nicht nötig.

Was der Gast mitnimmt

Nach der Aufnahme rechnet die Software ein paar Sekunden, dann läuft der Film in Schleife. Per QR-Code landet er in der Galerie und auf dem Handy des Gastes. Gedruckt wird ein Film natürlich nicht.

Denken Sie an das Mobilfunknetz der Gäste. Ein 14-Sekunden-Film in Full HD hat in BoothDock in der Qualitätsstufe „Standard“ etwa 18 MB. Wer im Saal kaum Empfang hat, wählt besser „Kompakt“. Die Box lädt die Filme im Hintergrund hoch und holt alles nach, wenn das Netz zwischendurch wegbricht.

Checkliste für den ersten Einsatz

  • Filmt die Kamera mit mindestens 100 Bildern pro Sekunde, wenn Sie 0,25× nutzen wollen? Steht diese Zahl nach dem Testclip in der Software?
  • Steckt eine schnelle Speicherkarte in der Kamera?
  • Hat die Plattform genug eigenes Licht für die kurze Belichtung?
  • Ist der fertige Film 10 bis 15 Sekunden lang und hochkant?
  • Sind die Rechte an der Musik geklärt?
  • Startet die Aufnahme per Fußschalter oder Handy, ohne dass jemand an den Bildschirm muss?
  • Kommt der Film über QR-Code auch bei schwachem Netz in vertretbarer Zeit an?

360° gibt es in BoothDock Studio für Windows sowie seit Version 1.4.0 auf iPad und iPhone, ohne Aufpreis. Alle Einstellungen aus diesem Artikel finden Sie im Admin-Bereich unter Kamera, Aufnahme, 360°. Eine ausführliche Anleitung steht im Wiki.

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