Der Gastgeber hat WLAN zugesagt. Am Eventtag steht die Box im Gewölbekeller, das Passwort stimmt nicht, der Router hängt zwei Etagen höher, und um 21 Uhr sind 180 Handys im selben Netz. Das ist kein Ausnahmefall — das ist der Normalfall bei etwa jedem dritten Event.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob eine Fotobox Internet braucht, sondern was ohne Netz weiterläuft, was nur wartet und was wirklich ausfällt. Diese drei Kategorien sauber zu trennen, erspart am Eventtag die meisten Schrecksekunden.
Was ohne Netz weiterläuft
Der komplette Aufnahmeweg gehört in diese Kategorie und sollte auch dort bleiben: Auslösen, Countdown, Kamera, Layout, Filter, Greenscreen-Freistellung, die lokale Vorschau und der Druck. Das alles rechnet auf dem Event-PC. Eine Software, die für den Countdown oder das Layout einen Server fragt, hat an einem Event nichts verloren.
Auch der QR-Code auf dem Ausdruck lässt sich offline erzeugen — er ist am Ende nur ein Muster aus einer Zeichenkette. Ob der Gast dahinter etwas findet, ist eine andere Frage; dazu gleich mehr.
Der praktische Prüfstein: Ziehen Sie beim Aufbau das Netzwerkkabel ab und schalten Sie das WLAN aus. Wenn dann noch eine vollständige Runde inklusive Druck durchläuft, ist der Aufnahmeweg wirklich lokal. Wenn nicht, wissen Sie es wenigstens vor dem Event und nicht während der Trauung.
Was nur wartet
Der Upload in die Galerie gehört hierher — vorausgesetzt, die Software hat eine dauerhafte Warteschlange. Der Unterschied ist wichtig: Eine Warteschlange im Arbeitsspeicher ist nach einem Neustart oder einem Absturz weg, samt aller Fotos, die noch nicht oben waren. Eine dauerhafte Warteschlange legt jede Session auf die Platte und arbeitet sie ab, sobald wieder Netz da ist — auch nach einem Stromausfall, auch am nächsten Morgen.
Bei BoothDock hält der Windows-Wrapper diese Warteschlange, nicht der Browser-Teil der App. Das ist bewusst so gebaut: Der Aufnahmeweg darf abstürzen, ohne dass die noch nicht hochgeladenen Aufnahmen mit ihm verschwinden.
Für Sie am Eventtag heißt das: Der Abend läuft normal weiter, die Gäste bekommen ihre Ausdrucke, und die Galerie füllt sich später — auf dem Heimweg im Mobilfunknetz oder zu Hause am eigenen Anschluss. Der Gast, der am Abend den QR-Code scannt und noch nichts sieht, ist der einzige echte Nachteil. Sagen Sie ihm das vorher, dann ist es keine Beschwerde, sondern eine Information.
Was wirklich ausfällt
Ohne Netz gibt es keine Live-Galerie für die Gäste, keinen Versand per E-Mail, keine Fernwartung und keinen aktuellen Box-Status in der Cloud. Das ist unvermeidlich — diese Funktionen sind das Internet.
Planen Sie deshalb einen Ersatzweg ein, der ohne fremdes WLAN auskommt: ein LTE-Stick oder ein Handy als Hotspot am Event-PC. Für Fotos reicht sehr wenig Bandbreite; die Uploads laufen im Hintergrund und dürfen sich Zeit lassen. Ein zweiter, unabhängiger Weg ins Netz kostet ein paar Euro im Monat und ersetzt die Hoffnung auf das Gäste-WLAN durch etwas, das Sie selbst in der Hand haben.
Der Punkt, den fast niemand prüft: die Lizenz
Hier liegt das Risiko, das im Angebot nie steht. Viele Programme prüfen beim Start, ob die Lizenz noch gültig ist — und wenn der Server nicht antwortet, verweigern sie den Dienst. Das ist der Ausfall, der wirklich weh tut: Die Technik ist in Ordnung, die Kamera hängt am Kabel, der Drucker ist voll, und trotzdem geht nichts, weil ein Server in einem anderen Land nicht erreichbar ist.
Fragen Sie jeden Anbieter zwei Dinge, und lassen Sie sich beides schriftlich geben:
- Wie lange läuft die Software ohne Verbindung weiter? Es sollte eine Zahl in Tagen sein, keine Formulierung wie „in der Regel unproblematisch".
- Was passiert, wenn diese Frist abläuft? Sperre oder Einschränkung? Der Unterschied entscheidet, ob ein vergessener Sync das Event kostet oder nur ein Wasserzeichen bedeutet.
Bei BoothDock läuft der Event-PC nach dem letzten erfolgreichen Abgleich 30 Tage offline weiter. Läuft diese Frist ab, wird die Box nicht gesperrt: Sie nimmt weiter auf und druckt weiter, setzt aber ein Wasserzeichen ins Bild, bis wieder Kontakt zum Hub bestand. Diese Entscheidung ist bewusst so gefallen — eine Software, die am Hochzeitsabend den Dienst einstellt, weil vier Wochen lang niemand online war, richtet mehr Schaden an als jedes Wasserzeichen.
Und wenn die Software abstürzt?
Der zweite Klassiker: Niemand steht neben der Box. Der Gastgeber tanzt, Sie sind längst zu Hause, und irgendwann hängt ein Programm. Ohne Aufsicht bleibt es hängen, bis jemand es merkt — im schlechtesten Fall am nächsten Morgen.
Ein lokaler Wächterprozess löst das — in der Produktsprache heißt er Watchdog, und unter diesem Namen sollten Sie ihn beim Anbieter auch erfragen. Er beobachtet den Gastablauf und startet ihn selbstständig neu, wenn er verschwindet. Wichtig ist die Grenze nach oben, sonst dreht ein reproduzierbarer Fehler eine Endlosschleife: Bei BoothDock gibt der Watchdog nach zehn Abstürzen innerhalb von 30 Minuten auf und meldet das, statt weiter neu zu starten. Denn eine Box, die sich alle zwanzig Sekunden neu startet, ist kein laufendes Event, sondern ein Fehler, der Sie erreichen muss.
Die Checkliste für die Anbieterwahl
- Läuft eine komplette Runde inklusive Druck mit gezogenem Netzwerkkabel?
- Überlebt die Upload-Warteschlange einen Neustart des Event-PCs?
- Wie viele Tage darf die Box offline sein — als Zahl?
- Was passiert nach Ablauf: Sperre oder Einschränkung?
- Gibt es einen Watchdog, der den Gastablauf nach einem Absturz von selbst neu startet — und der irgendwann aufgibt statt endlos zu kreisen?
- Sehen Sie aus der Ferne, ob eine Box gerade nicht meldet — und seit wann?
Diese sechs Fragen kosten fünf Minuten und trennen Software, die für Events gebaut wurde, von Software, die für gutes WLAN gebaut wurde.