Die eingebaute Kamera des iPads reicht für viele Feiern. Wer aber Porträts mit weichem Hintergrund, saubere Hauttöne im dunklen Saal und Bilder will, die auch groß gedruckt überzeugen, hängt eine Systemkamera ans Kabel. Mit BoothDock Studio laufen Canon und Sony am iPad, iPhone und Mac mit Livebild auf dem Bildschirm, Auslösen aus der App und Blende, Zeit, ISO und Weißabgleich direkt in BoothDock. Dieser Artikel zeigt, was Sie dafür brauchen, welche Einstellungen an der Kamera nötig sind und wo die Grenzen liegen.
Das Kabel: USB-C direkt, Lightning mit Adapter
Die Kamera wird per USB verbunden, nicht per WLAN. Das ist bewusst so: Das iPad bleibt im Netz der Location, und es gibt keinen Funk, der mitten im Event abreißt. Drei Dinge entscheiden, ob die Verbindung steht:
- Ein datenfähiges Kabel. Viele mitgelieferte Kabel laden nur. Erkennt das iPad gar kein Gerät, ist in den meisten Fällen das Kabel schuld. Nehmen Sie ein Kabel, das für Datenübertragung ausgewiesen ist, möglichst kurz.
- Direkt angesteckt. iPads mit USB-C, das iPhone mit USB-C und jeder Mac nehmen das Kabel direkt. Ein einfacher USB-Hub dazwischen ist eine häufige Fehlerquelle; wenn Sie gleichzeitig laden müssen, nehmen Sie einen Adapter mit eigenem Ladeanschluss.
- Lightning nur mit Adapter. Ältere iPads und iPhones mit Lightning-Anschluss brauchen Apples Lightning-auf-USB-Kameraadapter, am besten die Ausführung mit zusätzlichem Ladeanschluss, damit das Gerät über den Abend nicht leer läuft.
Sony einstellen: USB-Verbindung auf „PC-Fernbedienung“
Sony-Gehäuse melden sich am USB-Anschluss je nach Einstellung als Speicherkarte, als Webcam oder als fernsteuerbare Kamera. BoothDock braucht die dritte Variante. Stellen Sie im Kameramenü die USB-Verbindung auf PC-Fernbedienung. Meldet die App, die Kamera nehme keine Fernsteuerung an, ist fast immer diese Einstellung der Grund: umstellen, Kamera aus- und wieder einschalten, fertig.
Dazu kommen drei Kleinigkeiten, die sonst jede Aufnahme scheitern lassen:
- Das Wählrad für Foto, Video und Zeitlupe steht auf Foto. BoothDock schaltet den Modus nicht selbst um.
- Eine Speicherkarte steckt im Gehäuse, mit freiem Platz und ohne Schreibschutz. Manche Gehäuse lösen ohne Karte nicht aus.
- Bei manchen Gehäusen gibt es unter PC-Fernbedienung ein Standbild-Speicherziel. Steht es auf „nur Kamera“, bekommt die App das Bild nicht. Wählen Sie „PC und Kamera“ oder „nur PC“.
Canon einstellen: nichts
Canon-Gehäuse brauchen keine Vorbereitung. Einschalten, anstecken, in der App unter Kamera, Gerät auswählen. Seit Version 1.5.8 stellt sich die Apple-App auf das jeweilige Canon-Gehäuse ein; frühere Fassungen waren auf ein einzelnes Modell abgestimmt. Einzige Regel wie bei Sony: Es darf nur ein Programm an der Kamera hängen. Am Mac muss Canons eigene Tethering-Software geschlossen sein, und beim ersten Anstecken fragt macOS nach dem Zugriff auf Wechseldatenträger. Erlauben Sie das, sonst bleibt die Kamera für jede App unsichtbar.
Energiesparen aus, an der Kamera und am iPad
Eine Fotobox steht oft eine Viertelstunde ohne Gast. Genau dann schaltet sich eine Kamera mit Energiesparfunktion ab, und der nächste Gast sieht ein schwarzes Livebild. Stellen Sie deshalb die automatische Abschaltung der Kamera aus und versorgen Sie sie über den Abend mit Strom, per USB-Ladung oder über einen Netzadapter mit Akku-Attrappe. Mit laufendem Livebild hält ein normaler Akku selten eine ganze Feier durch.
Das iPad gehört ebenfalls ans Netzteil. Solange BoothDock Studio offen ist, hält die App den Bildschirm wach. Als zweite Sicherung stellen Sie in den iPad-Einstellungen unter Anzeige und Helligkeit die Automatische Sperre auf „Nie“. Für den Kiosk-Betrieb sperren Sie die App zusätzlich mit dem Geführten Zugriff, damit Gäste nicht aus Versehen den Startbildschirm erreichen.
Was passiert, wenn das iPad doch gesperrt wird
Wird das Gerät gesperrt oder wechselt jemand in eine andere App, legt iPadOS die Kamera-Verbindung still. Das Livebild pausiert, eine laufende Aufnahme wird noch zu Ende gebracht. Seit Version 1.5.8 verbindet BoothDock Studio die Kamera beim Zurückkehren in die App von selbst neu, und das Livebild steht nach wenigen Sekunden wieder. In älteren Fassungen half nur, die App ganz zu schließen und neu zu öffnen. Bleibt die Kamera ausnahmsweise stumm, schalten Sie sie aus und wieder ein; sie erscheint dann binnen Sekunden.
Was Sie an der Kamera aus der App steuern
Nach dem Anstecken zeigt BoothDock das Sucherbild der Kamera auf dem Gastbildschirm und löst aus der App aus. Blende, Verschlusszeit, ISO und Weißabgleich stellen Sie im Admin-Bereich ein, ohne an die Kamera zu müssen. Auch Filme kommen über das Kabel, bei Canon und Sony; ausgenommen sind nur die wenigen Sony-Gehäuse, die ihre Filme nicht über USB herausgeben, dort nimmt die Box das Sucherbild auf. Welche das sind, steht auf der Seite Kameras. Für 360°-Aufnahmen liest BoothDock bei jedem Clip die echte Bildrate aus.
Nach dem ersten Anstecken lohnt ein Testfoto im Kamera-Bereich. Es zeigt, ob Bildübertragung, Drehung und Spiegelung passen, bevor der erste Gast davor steht.
Die eingebaute Kamera als Alternative
Nicht jedes Event braucht eine Systemkamera. Die Front- oder Rückkamera des iPads und iPhones funktioniert ohne Zubehör und ohne Kabel, mit Freistellung ohne Tuch, GIF, Boomerang und Video. Für eine Firmenfeier mit viel Tageslicht oder eine Gästebuch-Station ist sie oft die pragmatischere Wahl. Wer beides nutzt, wechselt im Admin-Bereich unter Kamera, Gerät zwischen eingebauter Kamera, Webcam und Systemkamera; die Box erkennt eine nachträglich angesteckte Kamera von selbst.
Die Grenzen
- Nikon nur unter Windows. Am iPad, iPhone und Mac erkennt BoothDock keine Nikon. Wer eine Nikon besitzt oder die größte Kameraauswahl braucht, bleibt bei der Windows-Fassung mit 154 Gehäusen von Canon, Nikon und Sony.
- Fujifilm, Panasonic, Olympus und Pentax werden auf keiner Plattform unterstützt.
- Ein Programm je Kamera. Die Hersteller-Software zum Tethern und BoothDock schließen sich gegenseitig aus.
- Am Mac läuft die eingebaute Kamera oder eine Webcam über den Kamerazugang des Browsers; Canon und Sony hängen wie am iPad am Kabel.
- Mehr Strom. Ein iPad mit Kamera am Kabel braucht über den Abend Netzteil und, bei Lightning, einen Adapter mit Ladeanschluss.
Checkliste vor dem Event
- Datenfähiges USB-Kabel, direkt am Gerät, bei Lightning mit Kameraadapter?
- Sony: USB-Verbindung auf PC-Fernbedienung, Wählrad auf Foto, Karte drin?
- Canon: Hersteller-Software geschlossen, am Mac Zugriff erlaubt?
- Automatische Abschaltung der Kamera aus, Kamera am Strom?
- iPad am Netzteil, Automatische Sperre auf „Nie“, Geführter Zugriff an?
- Testfoto gemacht, Drehung und Spiegelung geprüft?
- App auf Version 1.5.8 oder neuer, damit die Kamera nach einer Sperre von selbst zurückkommt?
Die Anleitung mit Bildern steht im Wiki unter Kamera einrichten, die Fehlersuche unter Kamera wird nicht erkannt. Die App gibt es für iPad, iPhone und Mac in einem Store-Eintrag; was sie kostet, steht nicht hier, sondern im Store, und die Tarife des Hubs stehen auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Welches Kabel brauche ich für die Kamera am iPad?
Ein datenfähiges USB-Kabel, kein reines Ladekabel, direkt in den USB-C-Anschluss des iPads, iPhones oder Macs. Geräte mit Lightning-Anschluss brauchen zusätzlich Apples Lightning-auf-USB-Kameraadapter.
Was passiert, wenn sich das iPad während des Events sperrt?
Die Kamera pausiert, solange die App im Hintergrund ist. Seit Version 1.5.8 verbindet BoothDock Studio die Kamera beim Zurückkehren selbst neu. Sicherer ist, die automatische Sperre auf „Nie“ zu stellen und das iPad am Netzteil zu betreiben.
Läuft auch eine Nikon am iPad?
Nein. Nikon unterstützt BoothDock nur unter Windows. Am iPad, iPhone und Mac laufen Canon und Sony am Kabel sowie die eingebaute Kamera und USB-Webcams.